Schwimmen in Stockholm: Seen, Meer und die besten Stadtstrände
Kann man in Stockholm schwimmen?
Ja — und es ist wirklich hervorragend. Stockholm ist eine der wenigen Hauptstädte, in der man in sauberem Wasser in Gehweite vom Zentrum schwimmen kann. Långholmen (Süßwasser, Mälaren) und Smedsuddsbadet auf Kungsholmen sind 15 Minuten von T-Centralen entfernt. Die Wasserqualität erfüllt EU-Standards; die Badesaison ist Juni–August.
Schwimmen in Stockholm: das ehrliche Bild
Nur wenige europäische Hauptstädte bieten die Kombination aus sauberem Wasser und einfachem Zugang, die Stockholm zum Schwimmen bietet. Die Stadt liegt an der Schnittstelle zwischen dem Mälarsee und der Ostsee, und die Wasserqualität in beiden erfüllt und übertrifft nach jahrzehntelangen Umweltinvestitionen durchweg die EU-Badewasserstandards.
Die praktische Konsequenz: Man kann von einem Stockholmer Hotel zu einem Badefelsen laufen, in den See springen und innerhalb einer Stunde wieder in der Stadt sein. Das ist in Paris, London oder Berlin nicht möglich. Es ist ein echter und unterschätzter Vorteil eines Stockholm-Besuchs im Sommer.
Die meisten Schwimmspots sind kostenlos, erfordern keine Buchung und sind mit der T-bana erreichbar. Dieser Guide behandelt die besten Optionen in der Stadt (innerhalb von 30 Minuten von T-Centralen) und erklärt den Wassercharakter — Süßwasser (Mälaren) vs. brackiges Meerwasser (Saltsjön-Seite).
| Wo | Långholmen (Felsen) oder Smedsuddsbadet (Strand), beide zentral |
| Kosten | An jedem Ort in diesem Guide kostenlos |
| Zeitaufwand | 1–2 Stunden, keine Reservierung nötig |
| Anreise | T-bana bis Hornstull (Långholmen) oder zu Fuß von T-Centralen |
| Beste Zeit | Mitte Juli bis Mitte August, Wochentagabende für ruhigeres Wasser |
Wasserqualität und Jahreszeiten
Wann schwimmen
Offizielle Saison: Die Stadt Stockholm überwacht die wichtigsten Badestellen offiziell von Juni bis August. Wasserqualitätstests werden während dieser Zeit wöchentlich auf der Website von Stockholm Vatten och Avfall veröffentlicht.
Tatsächliches Zeitfenster: In einem warmen Jahr sind die Wassertemperaturen von Ende Mai bis Mitte September angenehm. Spitzentemperaturen von 20–23 °C treten Mitte Juli auf. Früher und später in der Saison sind 14–17 °C typischer — kühl, aber für ein 20-minütiges Bad zu bewältigen.
| Monat | Wassertemp. (ca.) | Kommentar |
|---|---|---|
| Mai | 12–16 °C | Erfrischend; OK für sichere Schwimmer |
| Juni | 16–19 °C | Gut; zunehmend angenehm |
| Juli | 20–23 °C | Am besten; Spitzentemperaturen |
| August | 19–22 °C | Ausgezeichnet; noch warm, weniger Leute Ende August |
| September | 15–18 °C | Abnehmend; kühl, aber klares Wasser |
| Oktober+ | Unter 15 °C | Nur Kaltwasserschwimmen |
Süßwasser vs. Meerwasser
Mälaren (Süßwasser): Der See, der den westlichen und südlichen Rand der Stadt Stockholm umgibt. Schwimmbar, sehr sauber (der See ist nach Aufbereitung auch Teil von Stockholms Trinkwasserversorgung). Das Wasser ist weich und typischerweise recht dunkel bernsteinfarben durch natürliche Gerbsäuren — das ist normal und harmlos, keine Verschmutzung.
Saltsjön (Ostseebucht): Die östliche Seite Stockholms, Richtung Schärengarten. Brackwasser — sehr niedriger Salzgehalt (die Ostsee ist bei Stockholm kaum salzig). Optisch etwas klarer als Mälaren.
Die besten Schwimmspots in Stockholm
Långholmen — der urbane Klassiker
Die Insel Långholmen, erreichbar von Södermalm über die Brücke Långholmskajen, bietet die beste Kombination aus Erreichbarkeit, Landschaft und Schwimmbedingungen aller zentralen Stockholmer Badestellen.
Das südliche Ufer der Insel besteht aus flachen Granitfelsen, die ins Wasser des Mälaren abfallen. Die Felsen werden seit über einem Jahrhundert zum Baden genutzt; die glatten, sonnenerwärmten Oberflächen sind ideal, um sich zwischen den Bädern auszustrecken. Am östlichen Ende gibt es einen ausgewiesenen Badestrand (Klippbadet Långholmen) mit Umkleiden, und die felsigen Abschnitte im Westen sind weniger formell und oft ruhiger.
Wassertyp: Süßwasser (Mälaren). Nächste T-bana: Hornstull (rote Linie), dann 10 Minuten zu Fuß nach Norden. Einrichtungen: Umkleiden, Toiletten (saisonal), begrenzte Imbissstände in der Hauptsaison. Am besten für: Paare, Einzelschwimmer, alle, die ein echtes urbanes Seeufer-Erlebnis suchen. Hinweis: An Wochentagabenden beliebt, wenn Einheimische nach der Arbeit kommen — an Sommerabenden vor 17 Uhr für einen guten Felsen anreisen.
Brunnsviken — der Parksee
Brunnsviken ist ein schmaler See, der durch den Hagaparken (den königlichen Nationalstadtpark) nördlich des Stockholmer Zentrums verläuft. Anders als Långholmen sind die Zugangspunkte grasbewachsene Ufer und sanfte Sandkanten statt Fels — ein weicheres, konventionelleres Seeufer-Gefühl. Der See ist länger und schmaler als auf Karten ersichtlich; Paddeln oder SUP ist hier neben dem Schwimmen hervorragend.
Wassertyp: Süßwasser (verbunden mit dem Mälarsystem). Nächste T-bana: Universitetet (rote Linie), dann 15 Minuten zu Fuß durch den Hagaparken. Einrichtungen: Minimal — das hier ist ein Park, kein ausgebauter Strand. Eigenes Handtuch und Essen mitbringen. Am besten für: Kombination mit einem Spaziergang oder einer Radtour durch den Hagaparken; Schwimmen mit Kindern an grasbewachsenen Ufern. Hinweis: Das nördliche Ende beim Naturhistoriska Riksmuseet (Naturhistorisches Museum) hat die besten Zugangspunkte.
Smedsuddsbadet — Uferpromenade Kungsholmen
An der Südküste von Kungsholmen ist Smedsuddsbadet eine richtige Wasserbadeanlage mit kleinem Sandstrand, schwimmendem Steg und guter Aussicht über den Mälaren Richtung Södermalm. Einer der am besten erreichbaren Spots vom Stadtzentrum aus — etwa 15 Minuten zu Fuß von T-Centralen über die Hantverkargatan.
Wassertyp: Süßwasser (Mälaren). Nächste T-bana: T-Centralen (Gehweite) oder Haltestelle Stadshuset (grüne Linie). Einrichtungen: Umkleiden, Steg/Sprungplattform (saisonal), Kioske. Am besten für: Schnelles Schwimmen im Stadtzentrum ohne lange Fahrt. Hinweis: An heißen Wochentagen zur Mittagszeit sehr voll (dies ist eine arbeitende Stadt — die Leute schwimmen tatsächlich in der Mittagspause). Morgens und abends ruhiger.
Vällingby badet — vorstädtisch, weniger überlaufen
Vällingby badet liegt im westlichen Vorort Vällingby — etwa 20 Minuten mit der T-bana von T-Centralen auf der blauen Linie. Es ist eine richtig ausgebaute Badeanlage mit vorbereitetem Sandstrand am Mälaren, Einrichtungen für Kinder (Flachwasserbereiche, Wasserspiel) und typischerweise deutlich weniger Andrang als die zentralen Spots in der Hauptsaison im Sommer.
Wassertyp: Süßwasser (Mälaren). Nächste T-bana: Vällingby (blaue Linie), 10 Minuten zu Fuß. Einrichtungen: Vollausstattung — Umkleiden, Café, Verleih, Rettungsschwimmer in der Hauptsaison. Am besten für: Familien mit kleinen Kindern; Vermeidung von Menschenmassen an den heißesten Julitagen; Kombination mit einem Tag in den westlichen Vororten.
Schwimmen neben anderen Wasseraktivitäten
Mehrere von Stockholms Badeplätzen dienen zugleich als Startpunkte für andere Wasseraktivitäten. Brunnsviken ist einer der besten Flachwasserabschnitte nahe der Stadt für SUP, und Paddler kombinieren häufig ein Bad mit einer Session auf dem Board. Långholmen und die Djurgårdskanalen-Gegend sind ebenfalls gute Startpunkte für eine Kajaktour, die unterwegs eine Schwimmpause einschließt. Für eine mühelosere Art, dasselbe Wasser zu sehen, ohne hineinzugehen, deckt eine Segeltour mehr Strecke ab und passiert dabei trotzdem viele derselben Badeplätze.
Wer Schwimmen lieber mit einem längeren Tag zu Fuß verbinden möchte: Mehrere im Guide zu Wanderungen bei Stockholm beschriebene Routen führen unterwegs an See- oder Küstenbadeplätzen vorbei, und der Guide zu urbanen Laufstrecken deckt Wege ab, die direkt an Långholmen und Smedsuddsbadet vorbeiführen, für eine Lauf-dann-Schwimm-Kombination, die bei Einheimischen wirklich beliebt ist.
Schwimmen im Schärengarten
Der Stockholmer Schärengarten bietet Schwimmen von Granitfelsen auf Hunderten von Inseln, mit brackigem Ostseewasser, das etwas kühler als der Mälaren, aber klarer ist. Bei einem Tagesausflug nach Vaxholm, Fjäderholmarna oder Grinda ist Schwimmen von den Felsen absolut möglich und weit verbreitet.
Wichtige Überlegungen für Schwimmen im Schärengarten:
- Seegras auf den Felsen nahe der Wasserlinie — Wasserschuhe beim Einstieg tragen
- Bootswellen nahe Häfen — vom Fährterminal weg schwimmen
- Strömung in schmalen Kanälen zwischen Inseln — stärker als vom Ufer aus wirkt
- Temperatur: Ostseewasser läuft in der Hochsaison 1–3 °C kühler als der Mälaren
Siehe den Guide zum Stockholmer Schärengarten für Details zum Erreichen bestimmter Inseln.
Das Meer auf der Saltsjön-Seite
Die östliche Seite der Stadt liegt an der Ostseebucht (Saltsjön). Schwimmspots hier umfassen mehrere Punkte entlang der Nacka-Küste und die äußere Spitze von Djurgården im Osten. Die Wasserqualität ist gut; der Charakter ist eher “Meeresschwimmen” mit leichtem Salzgehalt und gelegentlichen Quallen (harmlose Ohrenquallen sind im Spätsommer häufig).
Fjäderholmarna: Die nächstgelegene Schäreninsel (20 Minuten mit dem Boot von Strömkajen), bietet zugängliches Felsenschwimmen und eignet sich gut für einen kombinierten Bootstrip-plus-Bade-Nachmittag. Siehe den Guide zu Fjäderholmarna.
Djurgården selbst, auf der Saltsjön-Seite, ist über seine Museen hinaus einen Hinweis wert – die östliche Spitze bietet ruhigere Felsen-Badeplätze abseits des Trubels um die Hauptattraktionen. Siehe den Guide zum Stadtteil Södermalm für das entsprechende Bild auf der Süßwasserseite der Stadt, wo mehrere der oben genannten Orte (Långholmen, Smedsuddsbadet) an den Rändern des Viertels liegen.
Praktische Schwimmtipps
Allergien und Cyanobakterien: Bei heißem, windstillem Sommerwetter (Ende Juli–August) können Blaualgen (Cyanobakterien) in geschützten Buchten und warmen Seerändern blühen. Die Stadt bringt an betroffenen Badestellen Warnungen an. Beachte diese — Cyanobakterien können Haut- und Augenreizungen verursachen. Brunnsviken ist gelegentlich betroffen; offener Mälaren bei Långholmen weniger.
Wasserschuhe: Empfohlen beim Einstieg von felsigen Ufern (Långholmen, Schärengarten). Die Felsen unter der Wasserlinie sind glatt, aber rutschig und manchmal mit Süßwasserschnecken bedeckt.
Sonneneinstrahlung: Wasser verstärkt die UV-Belastung erheblich. LSF 50 auf Schultern und Rücken lohnt sich vor einer Schwimmsitzung.
Offene-Wasser-Distanzen: Alle aufgeführten Spots liegen innerhalb von 50–100 Metern von Ein- und Ausstiegspunkten am Ufer. In Bereichen mit Bootsverkehr parallel zum Ufer schwimmen statt direkt davon weg.
Häufig gestellte Fragen zum Schwimmen in Stockholm
Ist es sicher, im Mälarsee zu schwimmen?
Ja. Die Wasserqualität des Mälarsees zum Baden ist in den letzten zwei Jahrzehnten durchweg gut gewesen. Die Stadt testet die Wasserqualität wöchentlich an allen ausgewiesenen Badestellen im Sommer und veröffentlicht die Ergebnisse öffentlich. Der See versorgt auch Stockholm mit Trinkwasser (nach Aufbereitung), was seine grundlegende Qualität widerspiegelt.
Gibt es Rettungsschwimmer an Stockholms Schwimmspots?
An ausgebauten Badeanlagen wie Vällingby badet ja — Rettungsschwimmer sind während der Hauptsaisonzeiten anwesend. An informellen Felsenschwimmspots wie Långholmen und Smedsuddsbadet im Allgemeinen nicht. Innerhalb der eigenen Fähigkeiten und in leichter Reichweite von Wiedereinstiegspunkten schwimmen.
Kann ich direkt vom Stockholmer Zentrum aus schwimmen?
Ja. Smedsuddsbadet ist etwa 15 Gehminuten von T-Centralen entfernt und die zentralste Option mit tatsächlichen Einrichtungen. Långholmen erfordert zusätzliche 10 Minuten mit der T-bana, hat aber bessere Schwimmbedingungen und Landschaft.
Wann ist das Wasser in Stockholm am wärmsten?
Mitte Juli bis Mitte August. Spitzentemperaturen im Mälaren erreichen in einem warmen Jahr 21–23 °C, was für ausgedehntes Schwimmen angenehm ist. Die Temperatur sinkt nach Mitte August relativ schnell.
Ist Stockholms Wasser klar zum Schwimmen?
Mälaren-Wasser ist natürlich bernstein-braun durch gelöste organische Säuren (Tannine aus Waldböden) — das ist normal und deutet nicht auf Verschmutzung hin. Das Wasser ist tatsächlich sehr sauber; die Farbe ist rein ästhetisch. Saltsjön-/Ostseewasser ist klarer, aber kühler.
Kann ich in Stockholm ganzjährig schwimmen?
Offiziell ist nur Juni–August als überwachte Badesaison ausgewiesen, aber Kaltwasserschwimmen (vinterbad) hat in Stockholm im Herbst und Winter eine echte, wachsende Anhängerschaft, oft gepaart mit einer Sauna. Das ist eine andere Aktivität als das zwanglose Sommerschwimmen – sehr kurze Bäder, oft durch ein geschnittenes Eisloch, gefolgt sofort von Aufwärmen. Für einen ersten Versuch ohne lokale Anleitung nicht empfohlen.
Muss ich für einen dieser Orte zum Schwimmen bezahlen?
Nein. Jeder in diesem Guide behandelte Ort – Långholmen, Brunnsviken, Smedsuddsbadet, Vällingby badet und die Schärenfelsen – ist kostenlos und öffentlich zugänglich. Manche Einrichtungen verlangen eine kleine Gebühr für Schließfach- oder Handtuchverleih, aber der Zugang zum Wasser selbst ist nie kostenpflichtig.
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